Beautiful white flowers of anemones in spring in a forest close-up in sunlight in nature. Spring forest landscape with flowering primroses.

Ist der Mensch egoistisch oder solidarisch?

«Ich finde, die Menschen verhalten sich sehr vernünftig», sagt Rutger Bregman über die menschliche Natur in Extremsituationen. 

Viele denken im Angesicht der Pandemie erst mal an sich und an ihr allernächstes Umfeld. Die jetzige Corona-Krise kann man sehr gut vergleichen mit der Lage nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis. Meist hört man dann schreckliche Geschichten, Berichte über Plündereien oder Gewaltausbrüche. Stattdessen erleben wir eine krisenbedingte Explosion der Selbstlosigkeit.

Politische Ausrichtungen wie rechts oder links und Besitzverhältnisse wie arm oder reich spielen auf einmal eine sehr viel geringere Rolle. Die Hilfsbereitschaft dagegen wächst rapide. Jede Nachricht über egoistische Panikmacher, die ein ganzes Warenlager Klopapier zu Hause horten, wird überstrahlt von den vielen Tausend Menschen, die etwas in der Krise tun, die vielen selbstlosen Ärzte und Krankenschwestern zum Beispiel. Wir alle müssen unser Leben ändern, um das Virus zu besiegen; viele tun das schon auf vorbildliche Weise.

In der Krise finden Menschen einen Sinn für ihr Leben: Wir brauchen einander, um zu überleben. Wir sind als Einzelwesen nicht so ungeheuer klug und stark, wie manche glauben. Wir sind allerdings unglaublich gut darin, mit anderen zu kooperieren – als soziale Wesen, die einander vertrauen. Das ist die wahre menschliche Supermacht: Alleine hätten wir nie die Pyramiden gebaut und wären nie zum Mond geflogen. Lange Zeit dominierte bei uns die neoliberale Bewegung. Sie geht bis heute davon aus, dass die meisten Menschen nur aus Eigeninteresse handeln. Seit den Siebziger- und Achtzigerjahren basieren unsere Märkte, unsere Schulen, unsere Jobs auf einem negativen Menschenbild. Das Ganze wurde dann zur Selffulfilling Prophecy: wachsende Ängste, wachsende Ungleichheit, brüchig werdende Demokratien.

Das Internet funktioniert wie ein grosser Verstärker. Wer sich zu lange allein dort aufhält und alles aufsaugt, wird automatisch zum Zyniker oder depressiv. Aber jede Generation hat ihre eigene Technologie – es kommt darauf an, wie man sie nutzt. Und jetzt, in Zeiten von Corona, zeigt sich, wie wertvoll diese grenzüberschreitende Verbindung für die Menschheit ist. Experten aus der ganzen Welt können an einer Lösung für die Krise arbeiten. Und es ist so leicht, alle relevanten Informationen über die Pandemie zu finden, wenn man seriöse Medien nutzt.  

Gerade erleben wir auch eine Zeit der Hoffnung, es gibt einen Wandel weg vom Neoliberalismus hin zu einem Neorealismus, wie ich es nennen würde: Wir entwickeln ein realistischeres Menschenbild.

 

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Bliibed Sie gsund! Halten Sie Abstand und bleiben Sie verbunden.
Herzliche Grüsse, Regula Hug

 

 

PS: Lesen Sie den ganzen Artikel in der Süddeutschen, in der Zeit oder in der 12App.

 

 

 

 

 

 

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